Typen von Durchflussmessern
Jedes Messprinzip hat eigene Stärken in Bezug auf Medium, Genauigkeit, Druckverlust und Wartung. Die folgende Übersicht hilft Ihnen, schnell die richtige Richtung zu wählen. Klicken Sie sich zu den Detailseiten je Typ durch – mit Anwendungsbeispielen und Installationshinweisen.
| Prinzip |
Medium / Anwendung |
Genauigkeit* |
Druckverlust / bewegliche Teile |
Installationshinweise |
| Rotameter (Schwebekörper) |
Visuelle Anzeige, saubere Flüssigkeiten/Gase |
Grundlegend |
Niedrig / Ja |
Vertikaler Einbau; Ablesedistanz einplanen |
| Schaufelrad / Turbine |
Saubere Medien, Wasser/Leichtöl |
Mittel |
Niedrig–mittel / Ja |
Gerade Ein- und Auslaufstrecken; empfindlich gegenüber Verschmutzung |
| Ovalrad (PD) |
Dosierung, variierende Viskosität |
Hoch |
Mittel / Ja |
Kalibrierung auf tatsächliches Medium; Bypass empfohlen |
| Elektromagnetisch |
Leitfähige Flüssigkeiten (Wasser, Schlämme) |
Hoch |
Sehr niedrig / Nein |
Voll gefüllte Leitung; Erdung; gerade Strecken |
| Vortex |
Dampf, Gase, saubere Flüssigkeiten |
Mittel–hoch |
Mittel / Nein |
Gerade Strecken; ausreichende Reynolds-Zahl |
| Thermischer Massedurchfluss |
Druckluft und Industriegase |
Mittel–hoch |
Sehr niedrig / Nein |
Auf Normbedingungen (Nm³) normieren / Gaskalibrierfaktor |
| Coriolis (Masse) |
Massendurchfluss, Dichte, Abrechnung (Custody Transfer) |
Sehr hoch |
Mittel / Nein |
Einbauraum; Vibrationen begrenzen |
| Ultraschall (Transitzeit) |
Wasser (Clamp-on), Prozess, HLK; auch Gas |
Mittel–hoch |
Sehr niedrig / Nein |
Voll gefüllte Leitung; gute akustische Kopplung |
*Indikativ; die tatsächliche Genauigkeit ist typen- und mediumspezifisch.
Mechanische Durchflussmesser
Elektronische Durchflussmesser
Ultraschall-Durchflussmesser
Ein Ultraschall-Durchflussmesser arbeitet mit zwei (oder mehr) Wandlern, die Schallwellen mit und gegen die Strömungsrichtung durch das Medium senden. Die Differenz der Laufzeiten (Transitzeit) ist proportional zur mittleren Strömungsgeschwindigkeit und ergibt in Kombination mit dem Rohrdurchmesser den Volumenstrom. Clamp-on-Ausführungen werden außen am Rohr montiert und sind daher ideal für saubere, homogen gefüllte Flüssigkeiten ohne Prozessunterbrechung. Für Gasmessungen stehen spezielle Ultraschallzähler mit Druck- und Temperaturkompensation zur Verfügung, die oft mehrere Messpfade für höhere Genauigkeit nutzen. Typische Anwendungen sind Energiemessungen in HLK, (Trink- und Prozess-)Wasser, Chemikaliendosierung, Druckluftmonitoring sowie temporäre Messungen bei Inbetriebnahme oder Troubleshooting.
Coriolis-Durchflussmesser
Ein Coriolis-Durchflussmesser misst Masse direkt über Schwingungen im Messrohr. Außerordentlich genau (bis 0,1 %) und unabhängig von Dichte oder Viskosität. Perfekt für Massendurchfluss- und Konzentrationsmessungen.
Durchflussmesser für Wasser
Bei Wasserinstallationen ist der elektromagnetische Durchflussmesser oft die erste Wahl: keine beweglichen Teile, sehr niedriger Druckverlust und hohe Genauigkeit auch bei wechselnder Viskosität und Verschmutzung. Achten Sie beim Einbau auf voll gefüllte Leitung, korrekte Erdung und ausreichend gerade Ein- und Auslaufstrecken für eine stabile Messung. Sind Massenbilanz, Dichtebestimmung oder Konzentration wichtig, liefert ein Coriolis-Messgerät direkten Massendurchfluss und zusätzliche Prozessinformationen. Für lokale, schnelle Sichtkontrollen bleibt ein Rotameter praktisch und kosteneffizient. Die endgültige Auswahl hängt von DN, geforderter Genauigkeit, Medieneigenschaften und dem gewünschten Ausgangssignal (z. B. 4–20 mA, Puls oder digital) ab.
Durchflussmesser für Luft
Bei Druckluft und Gasen liefern thermische Massendurchflussmesser direkten Massendurchfluss und Normvolumenstrom (Nm³/h) – ideal für Energiemanagement und Leckageerkennung. Berücksichtigen Sie Gaskomposition und Temperatur/Druck oder wählen Sie kompensierte Modelle für konsistente Ergebnisse. Vortex-Messer sind robust für Dampf und trockene Gase und bieten einen großen Turndown-Bereich mit zuverlässiger Linearisierung, vorausgesetzt, es stehen genügend gerade Rohrstrecken zur Verfügung. Ultraschall-Messer arbeiten berührungslos und eignen sich für große Durchmesser oder Retrofit; mit Druck-/Temperaturkompensation erreichen sie hohe Reproduzierbarkeit. Wählen Sie das passende Ausgangssignal (4–20 mA, Puls, IO-Link/Modbus) und sorgen Sie für saubere, trockene Luft, um Sensorkontamination und Drift zu vermeiden.
Auswahl des Durchflussmessers
Beginnen Sie mit dem Medium (leitfähig / nicht leitfähig, sauber / mit Partikeln), dem Messziel (Volumen oder Masse) und dem Messbereich/Turndown. Prüfen Sie Prozessbedingungen (Druck, Temperatur, Viskosität, Gasanteil) und Einbausituation (DN, gerade Ein-/Auslaufstrecken, voll gefüllte Leitung). Legen Sie anschließend geforderte Genauigkeit, Zertifizierungen (z. B. hygienisch/ATEX) und Ausgänge (4–20 mA, Puls, IO-Link/Modbus) fest. Drucksensoren und Manometer vervollständigen Ihre Instrumentierung.
Häufig gestellte Fragen zu Durchflussmessern
Was macht ein Durchflussmesser?
Ein Durchflussmesser erfasst kontinuierlich Strömungsgeschwindigkeit sowie Volumen- oder Massendurchfluss von Flüssigkeiten oder Gasen. Das Messsignal (z. B. 4–20 mA, Puls oder digital per Modbus/IO-Link) wird von Ihrer PLC/SCADA zur Regelung und Überwachung genutzt. Viele Geräte summieren den Verbrauch (Totalisator) und melden Abweichungen oder Leckagen. Je nach Medium und Genauigkeitsbedarf wählen Sie u. a. magnetisch-induktiv, Coriolis, Vortex oder Ultraschall.
Was ist der Unterschied zwischen einem Durchflussmesser und einem Wasserzähler?
Ein Wasserzähler dient primär der Trinkwasserregistrierung und Abrechnung; er ist meist mechanisch (z. B. Ein-/Mehrstrahl oder Woltman), misst nur Volumen und zeigt ein Zählwerk (teils mit einfacher Puls-Ausgabe). Ein Durchflussmesser ist eine breitere Instrumentenkategorie für Wasser, Gase und Prozessflüssigkeiten und arbeitet nach verschiedenen Prinzipien (magnetisch-induktiv, Ultraschall, Coriolis, Vortex). Neben der Totalisierung liefert er auch den aktuellen Durchfluss und häufig zusätzliche Prozessdaten (Temperatur/Diagnostik) über 4–20 mA, Puls oder digitale Protokolle (Modbus, IO-Link). Während Wasserzähler vor allem für Abrechnung und Verbrauchserfassung genutzt werden, setzt man Durchflussmesser für Prozessregelung, Energiemessung und Leckageerkennung ein.
Was ist ein Durchflussmesser für Luft?
Ein Durchflussmesser für Luft misst den Durchfluss von Druckluft oder Gas, typischerweise mit thermischer Masse-, Vortex- oder Ultraschall-(Transitzeit-)Technologie. Je nach Prinzip liefert er Volumenstrom (m³/h, Nl/min) oder Massestrom (kg/h) und totalisiert den Verbrauch; viele Modelle rechnen auf Normbedingungen (Nm³/h) um. Typische Anwendungen sind Leckageerkennung, Verbrauchsallokation pro Linie oder Maschine sowie Energiemanagement von Kompressoranlagen. Die Anbindung an PLC/SCADA via 4–20 mA, Puls oder digitale Protokolle (z. B. IO-Link oder Modbus) erleichtert Überwachung und Regelung.
Wie funktioniert eine Durchflussmessung?
Eine Durchflussmessung kann auf unterschiedlichen Prinzipien basieren. Verdrängungsmesser zählen das Volumen pro Zyklus einer Kammer/eines Rotors oder Kolbens, während Vortex-Messer die Frequenz der hinter einem Störkörper entstehenden Wirbel erfassen, die proportional zur Strömungsgeschwindigkeit ist. Bei elektromagnetischen Messern induziert eine leitfähige Flüssigkeit im Magnetfeld eine Spannung (Faraday), proportional zur Geschwindigkeit, und Ultraschall-Transitzeitmesser bestimmen die Zeitdifferenz von Schallsignalen mit und gegen die Strömung. Coriolis-Messer regen ein Rohr zur Schwingung an; die durch Massestrom verursachte Phasenverschiebung liefert direkt den Massendurchfluss, oft mit gleichzeitiger Dichte- und Temperaturbestimmung.
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